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Der jüngste Überblick

Die Stahlindustrie hat seit den letzten Jahren mit immer stärker steigenden Stahlpreisen zu kämpfen. Derzeit sind die Stahlpreise höher, als zur Weltwirtschaftskrise. Teilweise hat sich der Preis für den Grundrohstoff Eisenerz im Jahr 2008, je nach Erzsorte, im Vergleich zu 2007 um bis zu 87 % erhöht. Weitere erforderliche Roh- und Brennstoffe wie Kohlekoks, Zinn und Chrom stiegen um satte 50 % – 100 % und treiben damit die allgemeine Stahlpreisentwicklung international in die Höhe. Auch die Stahlschrottpreise sind in den letzten Jahren gestiegen, was jedoch einen anderen Effekt hat.

Entwicklung des Stahlpreises in Europa und die Auswirkungen auf deutsche Unternehmen

Allgemein sind die Rohstoffpreise in den letzten Jahren in Europa weniger stark gestiegen, als in anderen Teilen der Welt. Grundsätzlich sind deutsche Unternehmen also nicht direkt von diesem starken Preiszuwachs betroffen. Die Stahlpreise stiegen 2008 um 53 % in Nordamerika dagegen gar um 85 % (Steel News Weekly, August 2008).

Die Entwicklung der Preiserhöhungen von Rohstoffen, inbesondere Stahl, ist beim Endverbraucher jedoch kaum zu spüren, unter anderem wirkt sich der Stahlpreis in Schlüssenindustrien wie der Schwer- und Automobilindustrie noch schonend aus und beeinflusst dabei z.b. nicht einmal 1 % des Automobilpreises hinsichtlich der Verwendung von Flachstahl in der Produktion.

Kompensiert wird die Stahlpreisentwicklung in Europa, vor allem Deutschland, durch die Rückführung / Recycling von Stahlschrott als Sekundärrohstoff an die stahlverarbeitende Industrie. Die gestiegenen Preise für Stahlschrott dämpfen dabei durch die erhöhten Vergütungen, die an die Industrie gezahlt werden, die Preisentwicklung des Stahls partiell. Die erhöhten Kosten durch Stahl können also durch gesteigerte Erlöse aus Veräußerung von Stahlschrott ausgeglichen werden. Der Roheisen-DRI-Schrottpreis-Index liegt dabei seit 2004 deutlich höher als der Stahlpreisindex, seit 2008 stiegen beide stark an.

Die Stahlunternehmen in Deutschland und der EU arbeiten derzeit nahe ihren Produktionskapazitätsgrenzen (um 90 %). Nach dem Einbruch in der Auslastung nominaler Rohstahlkapazitäten Mitte 2005 (unter 80 %) stieg die Auslastung auf an annäherndes Hoch von 2001, mit 92 %, und 2007, mit 94 %, auf 90 %.

Positiv beobachtet wurde 2008 / 2009, dass deutsche stahlproduzierende Unternehmen, trotz der Preisentwicklung des Stahls und dem international wachsenden Druck und Nachfrage nach Stahl, vorrangig inländische Stahlindustrien beliefern (ca. 60 % Gesamtabsatz fließt in deutsche Stahlindustrieunternehmen). Das statistische Bundesamt verfolgte eine positive Entwicklung der Steigerung des Inlandsabsatz und der Auslieferung von inländischen Stahlwerken in einem Zeitraum von fünf Jahren. Der Absatz stieg von knapp 60 % auf fast 65 % im Jahr 2008. Dennoch belastet diese Entwicklung der internationalen Rohstoffkostensteigerung die industrielle Stahlproduktion enorm, denn die Kapazitäten gehen gegen 100 % und sind bald vollkommen ausgelastet.